Jürgen Walther

Jürgen Walther

 

Leitung Sozialdienst

Tel.: 06221 56-4477
E-Mail: sozialarbeit@nct-heidelberg.de

Sozialdienst

Informationen und Beratung zu Rehabilitation, Schwerbehindertenrecht, sonstigen Leistungen der Sozialversicherungstr?ger, zur Berufst?tigkeit und zu finanziellen Hilfsm?glichkeiten.

Nach der Diagnose einer Krebserkrankung stellen sich h?ufig Fragen, die die Folgen der Erkrankung betreffen und über das rein Medizinische hinausgehen:

  • Was bedeutet die Erkrankung für meine berufliche Situation?
  • Wie schaffe ich es, den Alltag mit Krebs zu bew?ltigen?
  • Wo gibt es welche Unterstützung?
  • Welche Hilfen gibt es von der Krankenkasse oder von anderen Sozialleistungstr?gern?

Sie wünschen einen Termin? Nehmen Sie Kontakt mit dem Sozialdienst auf.

Telefon:
06221 564477

E-Mail:

sozialarbeit@nct-heidelberg.de

 

Mit all diesen Fragen k?nnen Sie sich an die kompetenten Ansprechpartner unseres NCT-Sozialdienstes wenden. Dort ber?t und informiert man Sie gerne zu allen sozialen und sozialrechtlichen Fragestellungen, zur medizinischen Rehabilitation, zum Schwerbehindertenrecht, bei beruflichen und wirtschaftlichen Problemen oder wenn Ihnen etwa die Frage der Versorgung zuhause Kopfzerbrechen bereitet.

Die Mitarbeiter des Sozialdienstes unterstützen Sie darüber hinaus im Kontakt mit ?mtern und Beh?rden, leisten konkrete Hilfe, etwa bei Antragstellungen und helfen Ihnen und Ihrer Familie bei der Bew?ltigung von krankheitsbedingten psychosozialen Belastungen.

Zus?tzlich bieten wir neben der Beratung auch ein Gruppenangebot für onkologisch erkrankte Patienten. (n?chster Termin voraussichtlich im Frühjahr  2020, weitere Informationen entnehmen Sie bitte unserem Flyer (PDF-Datei).

Gruppenangebot

Ab dem 8. August 2019 bietet der Sozialdienst für (ehemalige) Krebspatientinnen und -patienten an insgesamt fünf Terminen das Gruppenangebot "Ressourcen entdecken" an.
Das Angebot richtet sich an Krebspatientinnen und -patienten, die im Rahmen der Erkrankung und Behandlung oder aber nach Abschluss der Behandlung den Wunsch haben, ihre pers?nlichen Ressourcen, F?higkeiten und St?rken zu entdecken und für den Umgang mit Belastungen zu nutzen.
? Mehr Informationen im Flyer (PDF-Datei)

Team des Sozialdiensts

 v.l.n.r. Anne Taubert, Anne Weininger, Elena Hemlein, Ina Gehrmann, Annabelle Picard, Jürgen Walther

H?ufige Fragen

Nach der Therapie einer Krebserkrankung haben Sie in der Regel die M?glichkeit, eine medizinische Rehabilitationsma?nahme durchzuführen.

Diese kann als Anschlussheilverfahren unmittelbar nach einer Operation, einer Chemotherapie oder einer Strahlenbehandlung oder aber als onkologische Nachsorgema?nahme bis zu einem Jahr nach Abschluss der Erstbehandlung (Operation, Strahlen- oder Chemotherapie) stattfinden.

Zust?ndiger Kostentr?ger für ein onkologisches Heilverfahren ist in den meisten F?llen die gesetzliche Rentenversicherung. Für Patienten, die keine Ansprüche gegenüber einer Rentenversicherung erworben haben (etwa Beamte, Selbst?ndige) sind die jeweiligen Beihilfestellen und/oder privaten Krankenversicherungen zust?ndig. Die Kl?rung der Kostenübernahme wird im Einzelfall durch die Mitarbeiter des Sozialdienstes im NCT Heidelberg vorgenommen.

Schwerbehinderte im Sinne der Sozialgesetzgebung sind Menschen, deren Gesundheitsst?rung mit einem Grad der Behinderung (GdB) von mindestens 50 bewertet wird. Ab diesem Grad der Behinderung erhalten Sie auch einen Schwerbehindertenausweis.

Die meisten Krebserkrankungen werden unabh?ngig von den tats?chlich vorliegenden Einschr?nkungen und Funktionsst?rungen mit einem GdB von mindestens 50 bewertet.
Das bedeutet, dass diese Personen einen Anspruch auf einen Schwerbehindertenausweis haben und unter dem besonderen Schutz des Schwerbehindertengesetzes stehen.

Einzelne Krebserkrankungen k?nnen mit einem niedrigeren GdB bewertet werden. In diesen F?llen k?nnen Sie als Arbeitnehmer/in prüfen ob eine Gleichstellung im Sinne des Schwerbehindertengesetzes m?glich ist. Dadurch k?nnen Sie, etwa in einem Kündigungsverfahren, den Schutz des Schwerbehindertenrechts in Anspruch nehmen. Informationen hierzu erhalten Sie bei Ihrem zust?ndigen Integrationsamt oder beim Integrationsfachdienst.

Die Schwerbehinderung ist für die Zeit der Heilungsbew?hrung, in der Regel zwei bis fünf Jahre, befristet und wird nach dieser Frist neu bewertet.

Die finanzielle Absicherung Ihres Lebensunterhaltes w?hrend einer langwierigen Krankheit h?ngt wesentlich von Ihren Einkommens- und Versicherungsverh?ltnissen vor der Erkrankung ab.

Waren Sie berufst?tig, besteht bei Krankheit für einen Zeitraum von sechs Wochen der gesetzliche Anspruch auf Entgeltfortzahlung

Wenn Sie in einer gesetzlichen Krankenkasse als angestellter Arbeitnehmer pflicht- oder freiwillig versichert sind, haben Sie nach Ende der Entgeltfortzahlung Anspruch auf Zahlung von Krankengeld. Dieser Anspruch besteht innerhalb eines Zeitraumes von drei Jahren für insgesamt 78 Wochen ab der ersten Krankschreibung.

Wenn Sie als Selbst?ndiger in einer gesetzlichen Krankenkasse freiwillig versichert oder wenn Sie Mitglied einer privaten Krankenversicherung sind, h?ngt Ihre weitere finanzielle Absicherung von Ihrer individuellen Vertragsgestaltung ab.

Ist nach insgesamt 78 Wochen der Anspruch auf Krankengeld ersch?pft (?Aussteuerung“), k?nnen unter bestimmten Voraussetzungen Leistungen bei der zust?ndigen Agentur für Arbeit beantragt werden.

Abh?ngig vom Krankheits- und Behandlungsverlauf sollte rechtzeitig geprüft werden, ob zur weiteren Sicherung des Lebensunterhaltes die Beantragung einer Erwerbsminderungsrente angezeigt ist.

In extremen wirtschaftlichen Notlagen besteht auch die M?glichkeit, finanzielle Zuwendungen bei H?rtefonds von Stiftungen, Verb?nden oder karitativen Einrichtungen zu beantragen. Diese Leistungen sind in der Regel an bestimmte Einkommens- und Verm?gensgrenzen gebunden.

Bei der Verordnung verschreibungspflichtiger Arznei- und Hilfsmittel müssen Sie mit einer Zuzahlung von 10%, mindestens 5 €, aber h?chstens 10 € pro Arznei- bzw. Hilfsmittel rechnen.

Bei der Verordnung von Heilmitteln (z.B. Krankengymnastik, Lymphdrainage) müssen Sie pro Verordnung 10 € zzgl. 10% der Behandlungskosten selbst tragen.

Auch bei Krankenfahrten betr?gt die Zuzahlung 10% der Fahrkosten, mindestens jedoch 5 Euro und h?chstens 10 Euro. Sind die Fahrkosten geringer als 5 Euro, zahlen Sie den vollen Fahrpreis.

Bei der Behandlung im Krankenhaus betr?gt Ihr Eigenanteil 10 €/Tag für maximal 28 Tage pro Kalenderjahr.

Der Eigenanteil bei der Anschlussrehabilitation betr?gt ebenfalls 10 €/Tag für maximal 14 Tage, wenn die zust?ndige Rentenversicherung Kostentr?ger der Ma?nahme ist. Ist die gesetzliche Krankenkasse Kostentr?ger der Anschlussrehabilitation, müssen Patienten einen Eigenanteil von 10€/Tag für maximal 28 Tage leisten. Bereits geleistete Zuzahlungen im Krankenhaus werden angerechnet.

Bei sonstigen Rehabilitationsma?nahmen betr?gt die Zuzahlung 10 €/Tag, maximal jedoch für 42 Tage im Kalenderjahr.

Bei geringem Einkommen oder dem Bezug bestimmter Entgeltersatzleistungen kann sich die Zuzahlung zur Rehabilitationsma?nahme reduzieren oder ganz entfallen.

Jeder gesetzlich versicherte Patient muss bis zu seiner individuell zu ermittelnden Belastungsgrenze Zuzahlungen leisten. Diese Belastungsgrenze liegt bei Versicherten über 18 Jahren bei 2% des j?hrlichenBrutto(familien-)einkommens. Je nach Zahl der Familienmitglieder gibt es zus?tzlich individuelle Freibetr?ge, die vom Bruttoeinkommen abgezogen werden.

So wie bei der Ermittlung des Einkommens das ganze Familieneinkommen zugrunde gelegt wird, werden auch bei der Ermittlung der individuellen Belastung die Zuzahlungen aller Familienmitglieder zusammengerechnet. Die Befreiung von der Zuzahlung gilt dann für alle im Haushalt lebenden Familienmitglieder, deren Einkommen zur Berechnung der Belastungsgrenze herangezogen wurde.

Bei schwerwiegender chronischer Erkrankung liegt die Belastungsgrenze bei 1% dieses Bruttoeinkommens. Das Vorliegen einer chronischen Erkrankung muss vom behandelnden Arzt best?tigt werden. Eine Erkrankung ist chronisch, wenn der Patient sich wegen ihr bereits ein Jahr in Dauerbehandlung befindet.

Für Krebspatienten bedeutet dies, dass im ersten Jahr nach der Diagnose die Belastungsgrenze von 2%, ab dem zweiten Jahr die 1% Grenze greift.

Berechnungsbeispiel Familie mit einem Kind (2018)

Bruttoeinkommen Vater 40.000 €
EK Mutter, geringfügig besch?ftigt 5.400 €
Freibetrag Ehefrau - 5.607 €
Freibetrag gemeinsames Kind - 7.620 €
Summe 32.173 €
Davon 2% Zuzahlung im ersten Jahr 643,46 €
Davon 1% Zuzahlung im zweiten Jahr 321,73 €

Grunds?tzlich gilt, dass Fahrkosten bei zwingender medizinischer Notwendigkeit nur im Zusammenhang mit station?ren Behandlungen, d.h. bei Krankenhausaufenthalten übernommen werden.

Fahrkosten zur ambulanten Behandlung werden nicht erstattet.

Ausnahmen sind sogenannte Serienbehandlungen, z.B. ambulante Chemo- und Strahlentherapien bzw. sonstige sogenannte antineoplastische Tumortherapien (Antik?rper-, Immuntherapien), die ambulant in Arztpraxen oder teilstation?r in Krankenh?usern durchgeführt werden. Die Kosten für die Krankenfahrten zu solchen Behandlungen werden von den Krankenkassen getragen.

Eine weitere Voraussetzung für die übernahme der Fahrkosten durch die gesetzliche Krankenkasse ist, dass es sich beim Behandlungsort um das wohnortn?chste Krankenhaus oder die wohnortn?chste niedergelassene Facharztpraxis handelt. Solange der Patient nicht von der Zuzahlung befreit ist, muss er einen Eigenanteil von 10%, mindestens 5 €, h?chstens 10 € leisten.

Müssen Sie neben den oben beschriebenen Therapien ambulante Termine wahrnehmen, z.B. Kontroll- oder Nachsorgetermine, werden die Fahrkosten nicht von der gesetzlichen Krankenkasse erstattet. Ausnahme: Wenn Sie unter einer nachgewiesenen Beeintr?chtigung Ihrer Mobilit?t leiden. Der Nachweis ist erbracht, wenn Sie einen Schwerbehindertenausweis mit den Merkzeichen ?aG“, ?Bl“ oder ?H“ besitzen oder wenn der Pflegegrad 4 oder 5 bei Ihnen festgestellt wurde. Die ambulanten Fahrten müssen Sie mit einer ?rztlichen Verordnung vor Antritt der Fahrt von Ihrer Krankenkasse genehmigen lassen.

Gegenüber der gesetzlichen Krankenkasse besteht ein Anspruch auf Haushaltshilfe, wenn im betroffenen Haushalt mindestens ein Kind unter 12 Jahren lebt (bei einigen Krankenkassen: unter 14 Jahren) und keine andere Person im Haushalt lebt, die dieses Kind versorgen kann.

Diese Hilfe kann bei einem station?ren Krankenhausaufenthalt zeitlich unbegrenzt in Anspruch genommen werden. Bei ambulanter Behandlung wird diese Leistung für einen befristeten Zeitraum von der Krankenkasse gew?hrt.

Wenn im betroffenen Haushalt ein Kind lebt, das bei Beginn der Haushaltshilfe das 12. Lebensjahr noch nicht vollendet hat oder das behindert und auf Hilfe angewiesen ist, verl?ngert sich der Anspruch auf Hilfe nun auf l?ngstens 26 Wochen. Krankenkassen k?nnen im Zuge ihrer Satzung diese Hilfe erweitern.

Die Organisation der Haushaltshilfe kann über einen ambulanten Pflegedienst, einen Wohlfahrtsverband (z.B. Diakonie oder Caritas), aber auch durch den Freundes- und Bekanntenkreis oder im Rahmen von Nachbarschaftshilfe erfolgen.

Die Details sollten vorher mit der zust?ndigen Krankenkasse besprochen werden. Einen überblick über das Leistungsangebot unterschiedlicher Krankenkassen im Rahmen der Haushaltshilfe finden Sie auf den Internetseite von www.krankenkasseninfo.de.

Eine Haushaltshilfe kann auch für die Zeit einer onkologischen Rehabilitationsma?nahme beantragt werden, wenn ein Kind im Haushalt lebt, das das 12. Lebensjahr noch nicht vollendet hat. Die Kosten werden in diesem Fall von der Rentenversicherung getragen.

Die Feststellung, ob und in welchem Umfang die weitere Ausübung des bisherigen Berufes durch eine Krebserkrankung oder deren Behandlung eingeschr?nkt sein wird, h?ngt von zahlreichen Faktoren ab.

Neben der k?rperlichen Situation spielen hier sowohl das Ma? der psychischen Belastung durch die Erkrankung als auch die individuell unterschiedlichen Bew?ltigungsf?higkeiten eine Rolle.

Von entscheidender Bedeutung sind auch das Anforderungsprofil sowie das k?rperliche und geistige Belastungsniveau am jeweiligen Arbeitsplatz.

Um den Grad m?glicher Leistungseinschr?nkungen zu ermitteln und um die Erwerbsf?higkeit zu erhalten, beziehungsweise wiederherzustellen, stehen unterschiedliche Verfahren und Ma?nahmen zur Verfügung.

Bei der stufenweisen beruflichen Wiedereingliederung nach dem sogenannten Hamburger Modell wird die w?chentliche Arbeitszeit in bestimmten Intervallen bis zur früheren, vollen Wochenarbeitszeit erh?ht.
Der betroffene Patient ist w?hrend der Zeit der Wiedereingliederung noch krankgeschrieben und erh?lt weiterhin Krankengeld.

Die Ermittlung des noch vorhandenen beruflichen Leistungsverm?gens ist auch im Rahmen der medizinischen Rehabilitationsma?nahme von Bedeutung.

Weitere M?glichkeiten reichen von der beruflichen Weiterbildung bis zur Umschulung.
Neben Sozialdiensten k?nnen die Integrations?mter, die Servicestellen der Rentenversicherungstr?ger und die Rehabilitationsberater bei den Arbeitsagenturen wichtige Ansprechpartner sein, wenn es um Fragen des beruflichen Wiedereinstiegs nach einer langen Krankheitsphase geht.

Haushaltshilfe und hauswirtschaftliche Unterstützung

Haushaltshilfe als Leistung der Krankenkassen war bisher nur dann m?glich, wenn im Haushalt des Versicherten Kinder unter zw?lf (bei einigen Krankenkassen unter 14) Jahren leben.

Seit 2016 k?nnen Sie bei Ihrer zust?ndigen Krankenkasse auch eine Haushaltshilfe beantragen, wenn ihnen die Weiterführung des Haushalts wegen einer schweren Erkrankung oder wegen einer Verschlimmerung der Krankheit die Haushaltsführung nicht m?glich ist. Dies gilt insbesondere nach einem Krankenhausaufenthalt, einer ambulanten Operation oder nach ambulanter Krankenhausbehandlung, z.B. auch einer Chemotherapie. Die Haushaltshilfe ist in diesem Fall auf vier Wochen befristet.

Entsprechende Hilfen werden auf Antrag gew?hrt. Dem Antrag muss eine Stellungnahme des behandelnden Arztes beigefügt werden.

Pflegeleistungen

Wenn im Verlauf einer Krebserkrankung ein wachsender Bedarf an pflegerischer Unterstützung entsteht, sollte geprüft werden, ob die Voraussetzungen zur Feststellung eines Pflegegrades nach dem Pflegeversicherungsgesetz vorliegen.

Bis Ende 2016 wurde die Pflegebedürftigkeit durch einen konkreten Hilfebedarf bei der K?rperpflege und bei der Erledigung des Haushalts definiert. Der Grad der Pflegebedürftigkeit wurde in 3 Pflegestufen eingeteilt.

Seit 2017 ist der Grad der Selbstst?ndigkeit das zentrale Kriterium bei der Feststellung der Pflegebedürftigkeit. K?rperliche, geistige und psychische Einschr?nkungen der Betroffenen werden gleicherma?en erfasst und in die Prüfung einbezogen. Es wird zum Beispiel geprüft, ob ein konkreter Hilfebedarf bei der Selbstversorgung, also der K?rperpflege, beim Essen und Trinken und der Mobilit?t im Alltag vorliegt. Es wird au?erdem bewertet, ob Einschr?nkungen in der Teilhabe am sozialen Leben vorliegen. Insgesamt gibt es nun 5 Pflegegrade.

Wer bereits vor Januar 2017 Leistungen der Pflegeversicherung erhalten hat, erh?lt diese mindestens im gleichen Umfang weiter. Die vorher bestehende Pflegestufe wird in einen Pflegegrad übergeleitet, der betroffene Patient darf dadurch nicht schlechter als vorher gestellt werden. Ein erneuter Antrag ist nicht notwendig.

Die Leistungen der Pflegeversicherung k?nnen als Pflegegeld, zum Beispiel bei Pflege zuhause durch Angeh?rige oder als Sachleistungen, bei Pflege zuhause durch einen ambulanten Pflegedienst, in Anspruch genommen werden. Beide Leistungen k?nnen auch miteinander kombiniert werden.

Entsteht bei der Pflege zuhause wegen Abwesenheit (Urlaub, Krankheit) der Pflegeperson eine Versorgungslücke, kann diese Zeit durch eine Pflegevertretung im Rahmen der sog. Verhinderungspflege oder durch eine station?re Kurzzeitpflege überbrückt werden. Die Leistungen der Kurzzeit- und der Verhinderungspflege sind je nach Bedarf im Einzelfall in unterschiedlicher Weise miteinander kombinierbar. Verhinderungspflege kann jedoch nur in Anspruch genommen werden, wenn bereits für mindestens 6 Monate ein Pflegegrad vorlag.

Kann der Pflegebedürftige nicht mehr in der eigenen Wohnung bleiben, tr?gt die Pflegeversicherung einen Teil der Kosten der station?ren Versorgung in einem Pflegeheim.

Wenn keine Pflegebedürftigkeit im Sinne der Pflegeversicherung vorliegt, im h?uslichen Umfeld aber Behandlungspflege (Wundversorgung, Medikamentengabe) erforderlich ist, kann vom behandelnden Arzt h?usliche Krankenpflege verordnet werden. Im Rahmen der Behandlungspflege kann bei Bedarf vorübergehend auch Hilfe bei der K?rperpflege verordnet werden.

Für pflegende Angeh?rige besteht seit 2015 unter bestimmten Voraussetzungen der Rechtsanspruch auf kurzzeitige Arbeitsverhinderung wegen Pflege und auf Pflegeunterstützungsgeld, bei l?ngerer Pflegeleistung auf eine darlehensweise Kompensation für den Verdienstausfall durch die Pfleget?tigkeit. N?heres hierzu finden Sie unter unserer Rubrik Pflegezeit/Familienpflegezeit oder auf der Seite www.wege-zur-pflege.de.

Zur genauen Kl?rung Ihres individuellen Unterstützungsbedarfs und Ihres Anspruchs auf Pflegeleistungen stehen Ihnen neben unserem Sozialdienst das Beratungsangebot Ihrer Pflegeversicherung oder eines Pflegestützpunktes in der N?he Ihres Wohnorts zur Verfügung.

übersicht über die Leistungen der Pflegeversicherung seit dem 01.01.2017

Pflegegrad 1Pflegegrad 2Pflegegrad 3Pflegegrad 4Pflegegrad 5
Pflegegeld 316 €545 €728 €901 €
Pflegegeld
Sachleistungen
689 €1.298 €1.612 €1.995 €
Vollstation?re Pflege125 €770 €1.262 €1.775 €2.005 €
Teilstation?re Pflege689 €1.298 €1.612 €1.995 €
Kurzzeitpflege1.612 €1.612 €1.612 €
Zus?tzliche Betreuungsleistungen125 €125 €125 €125 €125 €

Palliativmedizin und Spezialisierte ambulante Palliativversorgung SAPV

Ziel der Palliativmedizin ist es, Menschen ein m?glichst beschwerdefreies Leben zu erm?glichen, auch wenn eine schwere Erkrankung nicht mehr geheilt werden kann. Mittlerweile haben sich auch die ambulanten palliativmedizinischen Versorgungsstrukturen deutlich verbessert.

Ein angemessenes palliativmedizinisches Versorgungsangebot erm?glicht es immer mehr Menschen auch in der letzten Krankheits- und Lebensphase, weitgehend schmerzfrei und bei kontrollierten Symptomen, im gewohnten h?uslichen Umfeld zu verbleiben.

Das Zentrum für Schmerztherapie und Palliativmedizin ist eine Sektion der An?sthesiologischen Universit?tsklinik Heidelberg. Hier werden Patienten mit chronischen Schmerzen betreut, dazu geh?ren auch Krebspatienten mit Tumorsschmerzen.

Im ambulanten Bereich erg?nzt die Spezialisierte ambulante Palliativversorgung (SAPV) das bestehende Angebot von Vertrags?rzten, Krankenh?usern und Pflegediensten und geht dabei besonders auf die Belange schwerkranker Menschen ein. Anspruch auf Leistungen haben Versicherte, die an einer nicht heilbaren, fortschreitenden Erkrankung leiden, die das Leben des Patienten auf Monate begrenzt und die zudem eine aufw?ndige, ambulant oder in station?ren Einrichtungen zu erbringende, medizinische Versorgung ben?tigen. Die Leistungen werden von Palliativ Care Teams erbracht, die mit den Krankenkassen entsprechende Vertr?ge geschlossen haben, eine 24-stündige Verfügbarkeit sicherstellen und bestimmte fachliche Qualifikationen vorweisen. Die SAPV muss von einem Arzt verordnet werden.

Pflegezeit / Familienpflegezeit

Durch das Gesetz zur besseren Vereinbarkeit von Familie, Pflege und Beruf, das zum 01.01.2015 in Kraft getreten ist, wurde sowohl das Pflegezeitgesetz als auch das Familienpflegezeitgesetz in einigen Bereichen ver?ndert.

Pflegezeit kann bis zu sechs Monaten in Anspruch genommen werden und soll berufst?tigen Angeh?rigen erm?glichen, sich für eine begrenzte Zeitdauer von der Arbeit voll oder teilweise freistellen zu lassen, um ein pflegebedürftiges Familienmitglied zu betreuen und zu versorgen. W?hrend der Pflegezeit besteht für die Betroffenen ein Sonderkündigungsschutz.
Ein Rechtsanspruch auf Pflegezeit besteht allerdings nur in Betrieben mit mehr als fünfzehn Besch?ftigten

Um in einer pl?tzlich aufgetretenen Pflegesituation die Pflege sicherzustellen und notwendige organisatorische Dinge zu regeln, kann sich ein berufst?tiger Angeh?riger für bis zu zehn Tage kurzfristig von der Arbeit freistellen lassen. Seit 2015 besteht für diesen Zeitraum der kurzzeitigen Arbeitsverhinderung Anspruch auf Pflegeunterstützungsgeld. Ansprechpartner hierfür sind die Pflegekassen des Pflegebedürftigen.

Zur Pflege oder Begleitung eines Angeh?rigen in der letzten Lebensphase besteht die M?glichkeit, sich bis zu drei Monaten ganz oder teilweise von der Arbeit befreien zu lassen und für diese Zeit ein zinsloses Darlehen des Bundesamtes für Familie und zivilgesellschaftliche Aufgaben (BAFzA) in Anspruch zu nehmen. Diese M?glichkeit besteht auch dann, wenn Sie Ihren Angeh?rigen nicht selbst pflegen, weil er oder sie in einem Hospiz oder einem Pflegeheim station?r versorgt wird.

Die Familienpflegezeit als Verl?ngerung der Pflegezeit erm?glicht Arbeitnehmern, ihre Arbeitszeit über maximal zwei Jahre auf bis zu 15 Stunden pro Woche zu reduzieren, um einen nahen Angeh?rigen zu pflegen. Zugleich soll es hierbei nicht zu einem kompletten Verdienstausfall kommen. Die H?lfte des Verdienstausfalles wird durch das Bundesamt für Familie und zivilgesellschaftliche Aufgaben (BAFzA) über ein zinsloses Bundesdarlehen übernommen und nach Beendigung der Familienpflegezeit durch den Arbeitgeber an das BAFzA zurücküberwiesen.

Seit 2015 besteht ein Rechtsanspruch auf die Familienpflegezeit ab einer Betriebsgr??e von 25 Mitarbeitern, in kleineren Unternehmen ist die Zustimmung des Arbeitgebers erforderlich.
Für detaillierte Informationen verweisen wir auf die Webseite des Bundesministeriums für Familie, Senioren, Frauen und Jugend.

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